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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Schaumberger Land e.V. findest du hier .
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Zwei Wochen ehrenamtlicher Wasserrettungsdienst an der Ostsee
(Ein Rückblick von Leon Brandt)
Von der Abiturfeier direkt an den Strand und dort Verantwortung für hunderte Urlaubsgäste übernehmen. Genau das taten unser Rettungsschwimmer und Sanitäter Leon Brandt aus der DLRG Ortsgruppe Schaumberger Land sowie die Rettungsschwimmerin und Sanitäterin Vanessa Ebersold aus der DLRG Ortsgruppe Urexweiler. Bereits einen Tag nach ihrer Abiturfeier machten sie sich auf den Weg an den Weissenhäuser Strand an der Ostsee, wo sie vom 22. Juni bis 4. Juli im Rahmen des Zentralen Wasserrettungsdienstes Küste (ZWRD-K) ehrenamtlich ihren Dienst leisteten. Täglich sorgten sie dort von 9 bis 18 Uhr für die Sicherheit der Badegäste.
Die erste Woche hatte es dabei direkt in sich: Gemeinsam mit ihrem Abschnittsleiter bildeten Leon und Vanessa die komplette Wachmannschaft ihrer Station. Bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 32 Grad, einer Wassertemperatur von 24 Grad und einem entsprechend großen Besucherandrang waren lange und kräftezehrende Schichten keine Seltenheit. Neben mehreren Erste-Hilfe-Einsätzen gehörten vor allem Präventionsarbeit, Unfallverhütung und zahlreiche Gespräche mit Badegästen zum Alltag. Oft reicht schon ein freundlicher Hinweis, damit aus einer gefährlichen Situation gar kein Einsatz wird.
Mit Beginn der saarländischen Sommerferien erhielt die Wachstation am 27. Juni schließlich Verstärkung. Aus der Ortsgruppe Schaumberger Land reisten Annalena Schwarz und Jolina Ziegler an. Ebenfalls zur Wachmannschaft stießen Julia Ebersold und Frank Hell aus der Ortsgruppe Urexweiler sowie zwei weitere Rettungsschwimmer aus anderen Ortsgruppen, die unsere Rettungsschwimmer erst vor Ort kennenlernen durften. Aus den zunächst fremden Einsatzkräften wurde innerhalb kürzester Zeit ein eingespieltes Team, das sich jederzeit aufeinander verlassen konnte.
Wie wichtig diese Verstärkung war, zeigte sich bereits am ersten gemeinsamen Diensttag.
Außerhalb des gekennzeichneten Badebereichs fiel der Wachmannschaft ein Stand-up-Paddler auf, der immer weiter vom Ufer abtrieb. Nachdem er zuvor von seinem Board gefallen war, kämpfte er vergeblich gegen den ablandigen Wind an und schaffte es aus eigener Kraft nicht mehr zurück ans Ufer.
Plötzlich wurde es ruhig auf der Wache.
Dann ertönte über Funk die Meldung:
„Adler WHS an alle – Wasserrettung!“
Innerhalb weniger Sekunden lief die Rettung an. Ein Rettungsschwimmer machte sich mit dem Rettungsbrett auf den Weg zum Verunglückten. Zeitgleich begaben sich Vanessa Ebersold als Sicherungsschwimmerin mit einem weiteren Rettungsmittel sowie Julia Ebersold mit dem Sanitätsmaterial an die Wasserkante. Von der Hauptwache aus wurde der Einsatz koordiniert und der zuständige Abschnittsleiter informiert.
Nachdem der erschöpfte Mann das flache Wasser erreicht hatte, ging Vanessa zusätzlich ins Wasser, um ihren Kameraden beim sicheren Herausbringen zu unterstützen. Schnell stellte sich heraus, dass der Patient nicht nur völlig entkräftet, sondern auch alkoholisiert war. Im Anschluss wurde er im Sanitätsraum medizinisch versorgt und weiter betreut.
Nur wenige Minuten später folgte die Rückmeldung über Funk:
„Patient versorgt, Einsatz beendet. Alle Einsatzkräfte wieder einsatzbereit.“
Für alle Beteiligten endete der Einsatz glücklicherweise glimpflich.
Während ihres Dienstes sicherte die Wachmannschaft einen rund 3,8 Kilometer langen Strandabschnitt mit einer Hauptwache und vier Außentürmen ab. Dafür standen zwei Rettungsboote, ein Quad sowie zahlreiche weitere Rettungsmittel zur Verfügung. Neben der Überwachung des Badebetriebs gehörten auch Einsätze als First Responder im angrenzenden Ferienpark zum Aufgabengebiet.
Auch die übrigen Einsätze verliefen erfolgreich. Neben mehreren Erste-Hilfe-Versorgungen konnte die Wachmannschaft außerdem eine vermisste Person im Rahmen einer erfolgreichen Kindersuche wohlbehalten zu ihren Eltern zurückbringen. Jeder Einsatz zeigte aufs Neue, wie wichtig Teamarbeit, schnelle Entscheidungen und eine gute Ausbildung sind.
Doch Wasserrettungsdienst besteht nicht nur aus Einsätzen. Nach Dienstschluss wurde gemeinsam gelacht, erzählt und Kraft für den nächsten Tag gesammelt. Bowling, Wasserski, gemeinsame Strandabende, Grillabende oder ein Besuch im subtropischen Badeparadies sorgten für den nötigen Ausgleich. Natürlich durfte auch das gemeinsame Fußballschauen nicht fehlen, auch wenn das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft für enttäuschte Gesichter in der Wachmannschaft sorgte.
Selbst in der Freizeit blieb der Wasserrettungsdienst präsent. Einer der Strandabende wurde kurzerhand zum Übungsabend. Dabei wurde der Umgang mit dem Rettungsboot, verschiedenen Rettungsmitteln sowie die Zusammenarbeit im Einsatz trainiert, um im Ernstfall noch schneller und sicherer helfen zu können.
Nach zwei intensiven Wochen fällt das Fazit eindeutig aus:
Viele gemeinsame Erlebnisse und vor allem jede Menge wertvolle Erfahrungen. Die Einsätze und Übungen haben gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen im Wasserrettungsdienst sind.
Am letzten Einsatztag wurde die Wachstation an die nachfolgende zwölfköpfige Wachmannschaft übergeben. Anschließend traten sechs Mitglieder (drei aus der Ortsgruppe Schaumberger Land und drei aus der Ortsgruppe Urexweiler) gemeinsam die Heimreise ins Saarland an. Nach einer langen, aber reibungslosen Nachtfahrt mit dem Zug kamen alle wohlbehalten wieder zu Hause an.
Unser besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Wachgängern, die ihre Ferien und Freizeit investieren, um anderen Menschen einen sicheren Urlaub zu ermöglichen. Mit ihrem Engagement vertreten sie die DLRG-Ortsgruppen Schaumberger Land und Urexweiler weit über die Landesgrenzen des Saarlandes hinaus und zeigen eindrucksvoll, was Ehrenamt bedeutet:
Verantwortung übernehmen, füreinander da sein und helfen, wenn jede Sekunde zählt.
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